Was eine Google API ist
API steht für Application Programming Interface, auf Deutsch Programmierschnittstelle. Statt dich durch eine Oberfläche zu klicken, schickt ein Skript eine Anfrage an Google und bekommt die Daten in einem maschinenlesbaren Format zurück. Diese Rohdaten lassen sich anschließend filtern, zusammenführen und auswerten, etwa in einer Tabelle oder einem Bericht.
Google bietet für fast jeden Dienst eine eigene Schnittstelle an. Verwaltet werden sie zentral in der Google Cloud Console. Dort legst du ein Projekt an, schaltest die gewünschten Schnittstellen frei und erzeugst die Zugangsdaten.
Google API Anwendungsfälle aus meiner Praxis
Drei Schnittstellen nutze ich regelmäßig. Jede löst ein Problem, das sich über die normale Oberfläche nur mühsam oder gar nicht lösen lässt.
Google Search Console API für Auswertungen ohne Zeilengrenze
Über die Oberfläche der Search Console lassen sich höchstens 1.000 Zeilen exportieren. Bei größeren Websites fehlt damit ein Großteil der Suchanfragen. Über die Search Console API sind laut Google bis zu 50.000 Zeilen pro Tag, Website und Suchtyp möglich. Klicks, Impressionen und Positionen lassen sich so viel umfangreicher abrufen und nach Seite, Suchanfrage, Land oder Gerät kombinieren. Für eine einzelne Website erlaubt Google dabei bis zu 1.200 Abfragen pro Minute.
Ich nutze das für Periodenvergleiche, um Suchanfragen zu finden, bei denen eine Seite knapp hinter den ersten Treffern steht, und um auffällige Rückgänge einzelnen Seiten zuzuordnen. Mit der URL-Prüfung, die ebenfalls Teil der Schnittstelle ist, lässt sich der Indexierungsstatus vieler Seiten auf einmal abfragen, bis zu 2.000 pro Tag und Property. Diese Daten sind die Grundlage meiner SEO-Audits.
PageSpeed Insights API für Ladezeiten vieler Seiten
Das Prüfwerkzeug PageSpeed Insights kennen viele. Es misst immer nur eine Adresse. Über die PageSpeed Insights API lässt sich dieselbe Messung für eine ganze Liste von Seiten anstoßen, etwa für alle Leistungsseiten einer Website oder für die Startseiten der Wettbewerber. Laut Google funktioniert die Schnittstelle auch ohne API-Schlüssel, für regelmäßige, automatisierte Abfragen wird aber einer empfohlen.
So lässt sich vor und nach einer Ladezeitoptimierung sauber dokumentieren, was sich verbessert hat, und zwar für jede Seite einzeln statt nur für die Startseite.
Google Places API für die Regionalstudie
Die Google Places API liefert die Daten hinter Google Maps, also Name, Adresse, verlinkte Website und Zahl der Bewertungen eines Betriebs. Damit habe ich im Oktober 2026 die Einträge von 18 Branchen in 14 Orten zwischen Pforzheim, Karlsruhe und Bretten abgefragt, insgesamt 4.810 Betriebe. Anschließend hat ein eigenes Skript jede verlinkte Startseite geprüft.
Zwei Ergebnisse stechen heraus. 22,7 Prozent der Betriebe verlinken in Google Maps gar keine eigene Website, bei Friseuren sind es 45 Prozent. Von den Betrieben mit Website hat fast jede zweite Seite mindestens eine Schwachstelle, am häufigsten fehlt die Beschreibung für Google. Alle Zahlen nach Branche und eine Anleitung zum Selbstcheck findest du im Beitrag Website optimieren.
Für die gesamte Auswertung waren 477 Abfragen an die Places API nötig. Mit Tageslimit und harter Obergrenze im Skript blieb sie im kostenlosen Rahmen.
Weitere Google APIs für Marketing und Websites
Neben den drei Schnittstellen aus meiner Praxis gibt es weitere, die für Unternehmen und Agenturen interessant sind.
Chrome UX Report API für echte Nutzerdaten
PageSpeed Insights misst im Labor. Die Chrome UX Report API liefert dagegen Werte echter Besucher, die mit Chrome auf einer Website waren, darunter die Core Web Vitals. Abrufbar sind sie für eine ganze Domain oder einzelne Adressen, auch für Websites von Wettbewerbern. Google stellt die Schnittstelle kostenlos bereit, mit bis zu 150 Abfragen pro Minute.
Google Analytics Data API für automatische Berichte
Über die Data API lassen sich Berichte aus Google Analytics 4 automatisch abrufen und mit anderen Quellen zusammenführen. Ein typischer Einsatz ist ein Monatsbericht, der Besucherzahlen aus Analytics mit Suchdaten aus der Search Console in einer Übersicht kombiniert.
Business Profile API für mehrere Standorte
Wer viele Standorte betreut, kann über die Business Profile API Unternehmensprofile zentral pflegen und Bewertungen abrufen. Der Zugang muss bei Google beantragt werden. Voraussetzung ist unter anderem ein Profil, das seit mindestens 60 Tagen bestätigt und aktiv ist und eine Website verlinkt. Für einzelne Betriebe reicht meist die normale Oberfläche, wie im Beitrag Google Unternehmensprofil optimieren beschrieben.
Google Maps API für Karten auf der Website
Die bekannteste Google Maps API dient dazu, Karten in eine Website einzubinden. Dafür braucht es einen eigenen API-Schlüssel, und die Nutzung wird über die Google Maps Platform abgerechnet. Datenschutzrechtlich ist eine eingebundene Karte heikel, weil beim Laden Daten der Besucher an Google übertragen werden. In der Regel braucht es deshalb eine Einwilligung über das Cookie-Banner.
Indexing API, nur für Stellenanzeigen und Livestreams
Die Indexing API wird oft als Abkürzung empfohlen, um neue Seiten schneller in den Google-Index zu bringen. Laut Google ist sie aber ausschließlich für Seiten mit Stellenanzeigen oder Livestream-Videos gedacht, die entsprechend ausgezeichnet sind. Für normale Leistungsseiten oder Blogartikel ist sie nicht vorgesehen.
Google API Kosten und Gratiskontingente
Viele Schnittstellen von Google sind kostenlos und nur durch Kontingente begrenzt, etwa die Search Console API und die Chrome UX Report API. Die Schnittstellen der Google Maps Platform, darunter die Places API und die Maps API für Karten, rechnen dagegen nach Nutzung ab. Je nach abgefragten Datenfeldern greifen unterschiedliche Preisstufen, jede mit einem monatlichen Gratiskontingent.
Wichtig zu wissen ist, dass ein Budget mit Warnung in der Google Cloud die Nutzung nicht stoppt. Es schickt nur eine Benachrichtigung. Echte Grenzen setzen Kontingente, also eine Höchstzahl an Abfragen pro Tag, und eine Obergrenze im eigenen Code.
Google API Key anlegen und absichern
- In der Google Cloud Console ein eigenes Projekt nur für diesen Zweck anlegen
- Unter „APIs und Dienste“ die benötigte Schnittstelle aktivieren
- Unter „Anmeldedaten“ einen API-Schlüssel erstellen
- Den Schlüssel auf genau diese Schnittstelle und, wenn möglich, auf deine Domain oder IP-Adresse einschränken
- Für kostenpflichtige Schnittstellen ein Tageslimit setzen und nach Abschluss eines Projekts die Schnittstelle deaktivieren
Was rechtlich zu beachten ist
Technisch ist vieles möglich. Rechtlich gibt es drei Ebenen, die du kennen solltest. Dieser Abschnitt ist ein Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung.
Googles Nutzungsbedingungen
Für die Google Maps Platform gelten strenge Nutzungsregeln. Firmennamen, Adressen und Bewertungen aus der Places API dürfen nicht dauerhaft gespeichert, weitergegeben oder zu einem eigenen Verzeichnis zusammengestellt werden. Dauerhaft speichern darf man nur die Kennung eines Ortes, die sogenannte Place-ID. Eine Auswertung mit zusammengefassten Zahlen wie in meiner Regionalstudie ist etwas anderes als eine Liste mit Firmendaten zum Weiterverkauf.
Datenschutz nach DSGVO
Sobald personenbezogene Daten im Spiel sind, gilt die DSGVO. Das betrifft etwa Einzelunternehmer und Praxen, deren Name im Firmennamen steht, und eingebundene Google-Dienste auf der eigenen Website. Wie du deine Website datenschutzkonform aufstellst, erkläre ich im Beitrag zur DSGVO für Websites.
Wettbewerbsrecht bei der Kontaktaufnahme
Wer Daten aus Google Maps nutzt, um Betriebe anzusprechen, muss das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb beachten. Werbe-E-Mails sind nach § 7 UWG auch an Unternehmen nur mit vorheriger Einwilligung erlaubt. Ein adressierter Werbebrief ist dagegen grundsätzlich zulässig, solange der Empfänger nicht widersprochen hat.


