Die Frage nach dem richtigen CMS kommt fast immer am Anfang eines Projekts. Sie klingt technisch, hat aber vor allem praktische Folgen. Wer pflegt die Seite später? Wie schnell ist eine neue Unterseite online? Was passiert, wenn du in zwei Jahren umziehen willst?
Dieser Vergleich schaut auf die beiden Systeme, mit denen ich am häufigsten arbeite. WordPress mit einem Pagebuilder wie Elementor und Webflow. Am Ende steht kein Sieger, sondern eine Entscheidungshilfe mit fünf Fragen.
TL;DR
- WordPress läuft auf 41,1 Prozent aller Websites und ist der Standard, wenn du viele Erweiterungen und volle Kontrolle über den Server brauchst
- Webflow spielt seine Stärken bei Design, sauberem Code und wartungsarmem Betrieb aus, dafür bist du an die Plattform gebunden
- Google bewertet kein System, sondern Inhalte, Ladezeit und Nutzbarkeit
- Die Entscheidung hängt an fünf Fragen: Wer pflegt, wie oft, wie viel Funktion, welches Budget, wie viel Kontrolle
Was ist ein CMS überhaupt?
Ein Content Management System trennt Inhalte von Technik. Du schreibst Text und lädst Bilder hoch, das System kümmert sich um Darstellung, Verwaltung und Ausgabe. Ohne CMS müsstest du für jede Änderung im Code arbeiten.
WordPress ist dabei der Marktführer. Laut W3Techs liefen am 9. August 2026 rund 41,1 Prozent aller Websites weltweit auf WordPress, unter den Seiten mit erkennbarem CMS sind es 59,1 Prozent. Diese Größe ist Vorteil und Nachteil zugleich, dazu unten mehr.
Warum die Wahl mehr betrifft als das Design
Ein CMS bestimmt drei Dinge, die dich täglich betreffen. Erstens wie schnell du selbst etwas ändern kannst. Zweitens wie viel laufende Wartung anfällt. Drittens wie leicht du später wieder herauskommst.
Das Aussehen einer Seite lässt sich in beiden Systemen umsetzen. Der Unterschied liegt im Alltag danach.
WordPress mit Elementor
Wofür es passt
- Projekte mit vielen Sonderfunktionen, etwa Shop, Mitgliederbereich, Buchung oder Mehrsprachigkeit
- Redaktionen, die viele Inhalte selbst pflegen
- Kunden, die die Seite auf einem eigenen Server in Deutschland betreiben wollen
- Budgets, bei denen laufende Lizenzkosten stören
Wo es Arbeit macht
WordPress ist ein Baukasten aus Kern, Theme und Plugins. Jedes Teil braucht Updates, und jedes Plugin ist eine mögliche Lücke. Ohne regelmäßige Wartung wird aus einer günstigen Lösung schnell ein Risiko. Wie du dabei sauber bleibst, steht in Datenschutzkonformität bei Webseiten.
Der zweite Punkt ist Tempo. Pagebuilder erzeugen viel Markup. Das lässt sich in den Griff bekommen, kostet aber Aufwand. Wo du dabei am schnellsten Zeit gewinnst, habe ich in der Ladezeitoptimierung zusammengefasst. Wie du Schriftgrößen und Abstände in Elementor sauber skalierst, zeigt Fluid Designs in Elementor.
Webflow
Wofür es passt
- Seiten, bei denen Design und Animation im Vordergrund stehen
- Projekte ohne eigenes Wartungsteam, weil Hosting, Updates und Sicherheit zur Plattform gehören
- Teams, die Inhalte über ein CMS pflegen, aber keine Serverthemen anfassen wollen
Wo es Grenzen hat
Webflow ist eine geschlossene Plattform. Du bekommst sauberes HTML und CSS, aber keine freie Serverumgebung. Funktionen, die es nicht gibt, lassen sich nur über Fremddienste ergänzen. Dazu kommen laufende Kosten pro Seite und pro Sitzplatz im Team.

WordPress und Webflow im direkten Vergleich
Einstiegskosten: WordPress ist kostenlos, Elementor Pro und Hosting kommen dazu. Webflow rechnet pro Seite und Team ab, dafür ist Hosting enthalten.
Wartung: WordPress braucht regelmäßige Updates von Kern, Theme und Plugins. Webflow aktualisiert selbst.
Funktionsumfang: WordPress hat für fast jeden Sonderfall ein Plugin. Webflow deckt Standardfälle sauber ab und wird bei Speziallösungen eng.
Redaktion: WordPress ist vielen vertraut. Webflow trennt Design und Inhalt strenger, das schützt vor kaputten Layouts.
Umzug: Von WordPress kommst du mit Datenbank und Dateien überall hin. Aus Webflow kannst du exportieren, das CMS bleibt aber zurück.
Was Google zum CMS sagt
Kein System rankt von sich aus besser. Google bewertet, ob eine Seite die Frage beantwortet, mit der jemand gekommen ist. Das steht so in der Anleitung zu hilfreichen Inhalten.
Messbar wird der Unterschied bei der technischen Qualität. Die Core Web Vitals setzen dafür klare Schwellen. Der größte sichtbare Inhalt soll nach höchstens 2,5 Sekunden stehen, die Reaktion auf eine Eingabe höchstens 200 Millisekunden dauern und das Layout nicht mehr als 0,1 springen. Beide Systeme schaffen das, in WordPress braucht es dafür mehr Handarbeit.
Die Entscheidung in fünf Fragen
- Wer pflegt die Seite später? Bei Laien punktet Webflow, bei geübten Redaktionen WordPress
- Wie oft ändert sich etwas? Viele Inhalte pro Woche sprechen für WordPress
- Brauchst du Sonderfunktionen wie Shop, Buchung oder Mitgliederbereich? Dann WordPress
- Gibt es ein Budget für laufende Wartung? Wenn nein, spricht das für Webflow
- Willst du jederzeit umziehen können? Dann WordPress
Vier von fünf Antworten in eine Richtung reichen für eine Entscheidung. Wie ein Projekt danach abläuft, steht in meinem Webdesign Prozess.

Wer die Seite später pflegt
Die Systemwahl entscheidet mehr über den Alltag nach dem Launch als über den Launch selbst. Kläre vorher, wer welche Aufgabe übernimmt.
- Wer schreibt Beiträge und legt neue Seiten an
- Wer kümmert sich um Updates und prüft danach, ob alles funktioniert
- Wer hat Zugriff auf Hosting, Domain und Backups
- Was passiert, wenn diese Person das Unternehmen verlässt
Wenn niemand im Haus Zeit für Updates hat, spricht das für ein gehostetes System oder für einen Wartungsvertrag. Sollen dagegen mehrere Personen regelmäßig Inhalte pflegen, zählt vor allem, wie verständlich die Oberfläche für Menschen ohne technischen Hintergrund ist.
Lass dir vor der Entscheidung zeigen, wie das Anlegen eines Beitrags konkret abläuft. Fünf Minuten Demo ersetzen jede Funktionsliste.
Was du im Betrieb wirklich zahlst
Der Vergleich der Lizenzkosten allein führt in die Irre. Bei WordPress kommen Hosting, kostenpflichtige Erweiterungen und regelmäßige Wartung dazu, bei Webflow steckt Hosting im Tarif, dafür fehlen manche Funktionen ohne Zusatzdienst.
- Laufende Gebühren für Hosting oder Tarif
- Kostenpflichtige Erweiterungen und deren jährliche Verlängerung
- Zeit für Updates und Tests nach jedem Update
- Zeit für Sicherung und Wiederherstellungstests
- Aufwand, wenn eine Erweiterung eingestellt wird und ersetzt werden muss
Wer diese Posten für zwei Jahre nebeneinanderlegt, trifft die Entscheidung meist schneller als über jede Funktionsliste.
Wenn du das System wechseln willst
Ein Wechsel scheitert selten an der Technik, sondern an fehlender Vorbereitung. Diese Reihenfolge hat sich bewährt.
- Bestand aufnehmen, also alle Seiten, Beiträge, Formulare und Weiterleitungen auflisten
- Entscheiden, was mitkommt, denn alte Seiten ohne Zugriffe müssen nicht mitwandern
- Adressen der wichtigsten Seiten beibehalten oder sauber weiterleiten
- Inhalte übertragen, danach Bilder mit passenden Alternativtexten neu einbinden
- Vor dem Umschalten eine Testumgebung prüfen, inklusive Formularen und Analysewerkzeugen
- Nach dem Umschalten vier Wochen lang die Search Console beobachten
Rechne mit dem Aufwand für Inhalte, nicht für den Aufbau. Bei zwanzig Seiten sind das erfahrungsgemäß mehr Stunden als das Design selbst.
Fazit
WordPress ist die richtige Wahl, wenn du Funktionsumfang, Unabhängigkeit und volle Kontrolle brauchst und Wartung einplanst. Webflow passt, wenn Design, Tempo im Aufbau und ein wartungsarmer Betrieb wichtiger sind als Sonderfunktionen.
Was in beiden Fällen zählt, ist das, was auf der Seite steht. Ein sauberes System mit schwacher Seitenstruktur bringt keine Anfragen. Wo die Hebel dafür liegen, steht in Conversion Optimierung für Landingpages.
Du bist unsicher, welches System zu deinem Projekt passt? Schreib mir eine Nachricht, wir gehen die fünf Fragen gemeinsam durch.
